Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung
Das Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung (ITG) wurde mit dem Ziel gegründet, mit den Mitteln von Forschung und Lehre eine bessere Gesundheitsversorgung von Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund zu ermöglichen. Die zunehmende Globalisierung und das Entstehen multikultureller Gesellschaften erfordern es hierbei verstärkt, kulturelle Aspekte in die medizinische, psychotherapeutische und soziale Versorgung einzubeziehen. Zielgruppe sind insbesondere Migrant*innen und Geflüchtete, bei deren psychosozialer Betreuung kulturelle Aspekte im besonderen Maße zu berücksichtigen sind.
Vor diesem Hintergrund untersucht das ITG die kulturelle Prägung unterschiedlicher Gesundheitskonzepte und Kernbegriffe wie „Gesundheit“, „Krankheit“, „Heilung“, das diesen Prägungen zugrundeliegende Menschenbild sowie die Konsequenzen für die gesundheitliche Versorgung. Darüber hinaus entwickeln wir kultursensible Interventionsangebote und führen Weiterbildungen mit entsprechendem Themenbezug für Fachkräfte in Gesundheitsberufen durch.
Aktuelles
Mitarbeitende der Psychotherapy Clinic for Addiction Treatmentaus Dohuk zu Gast am Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung
13 Mitarbeitende der Psychotherapy Clinic for Addiction Treatment des IPP Universität Dohuk absolvierten vom 25. November bis 2. Dezember eine intensive Schulungswoche mit theoretischen Seminaren und praxisorientierten Hospitationen im Großraum Stuttgart.
Eine Woche intensiven Wissenstransfers und praktischen Lernens liegt hinter 13 Mitarbeitenden des Institute of Psychiatry and Psychology (IPP) der Universität Dohuk. Vom 25. November bis 2. Dezember 2025 waren die Fachkräfte der neu gegründeten Psychotherapy Clinic for Addiction Treatment – Teil der German Clinic am IPP – zu Gast am Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung (ITG) in Stuttgart. Das Programm war eine Fortsetzung des bereits im Sommer 2025 durchgeführten theoretischen Lehrblocks an der Universität Dohuk und sollte die Mitarbeitenden gezielt auf ihre Arbeit in der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen vorbereiten. Kurz nach dieser ersten Schulung war es gelungen, die erste Suchtambulanz und damit erste Anlaufstelle für Betroffene in Dohuk zu eröffnen – ein Meilenstein für die Gesundheitsversorgung in der nordirakischen Region Kurdistan. Die Stuttgarter Schulungswoche verfolgte nun das zentrale Ziel, den Mitarbeitenden einen umfassenden Einblick in die praktische Arbeit der Suchthilfe in Baden-Württemberg zu vermitteln.
Nach der herzlichen Begrüßung am Mittwochvormittag am ITG stand zunächst das Ankommen im Fokus, bevor intensive Fallbesprechungen und Supervisionen der laufenden Fälle aus der Suchtambulanz in Dohuk folgten. Dies bot der Gruppe die Gelegenheit, ihre ersten Behandlungsansätze der Suchtambulanz kritisch zu reflektieren und sich auf die kommenden Tage mit den Fachkolleg:innen vor Ort vorzubereiten. Der praktische Fokus kam an den folgenden Tagen deutlich zum Tragen: Die Gruppe besuchte die Suchtambulanz der Universitätsklinik Tübingen, hospitierte im Suchtmedizinischen Behandlungszentrum Mitte des Klinikum Stuttgart und besuchte die Klinik für Suchtmedizin und abhängiges Verhalten des Klinikum Stuttgart.
Der abschließende Montag bot noch einmal intensiven Austausch: Dr. Jonathan Scheeff präsentierte theoretische Inhalte angereichert mit anschaulichen Fallbeispielen aus der klinischen Praxis und leitete eine Diskussionsrunde mit den teilnehmenden Fachkräften. Eine Abschlusssession mit Prof. Dr. Jan Ilhan Kizilhan rundete das Programm ab und setzte einen würdigen Schlussakkord auf die intensive Schulungswoche. Diese Zusammenarbeit ist ein Zeichen der gelungenen internationalen Forschungs- und Ausbildungskooperation zwischen dem ITG und dem IPP der Universität Dohuk, die Fachwissen über Grenzen hinweg transferiert und lokale Kapazitäten für die Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen in der nordirakischen Region Kurdistan stärkt.