Laufende Praxisprojekte
Laufende Praxisprojekte am ITG
2017 hat das Institut für Psychotherapie und Psychotraumatologie seinen Studienbetrieb in der nordirakischen Stadt Dohuk aufgenommen. Seitdem werden dort Therapeutinnen und Therapeuten im Rahmen eines neu konzipierten Masterstudiengangs ausgebildet. Zu den Bestandteilen der Ausbildung gehört auch ein „Train-the-Trainer-Konzept“. Langfristig soll über eine erweiterte Qualifizierung von Fachkräften im Irak eine umfassende Versorgung traumatisierter Geflüchteter in Kliniken und Betreuungseinrichtungen des Landes gewährleistet werden können.
Ansprechpersonen
Wissenschaftlicher Leiter Master Transkulturelle Traumapädagogik
Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung (ITG)
- Institutsleitung
- Zum LinkedIn Profil
- Publikationen
Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Arbeitsschwerpunkte: Pädagogik und Tertiäre Bildung
- Projekt "Master of Advanced Studies in Psychotherapy and Psychotraumatology (MASPP)" im Nordirak
Das Leben in den Flüchtlingscamps, die ungeklärte Perspektive sowie die wirtschaftlichen und sozialen Probleme verstärken die psychischen Belastungen, weshalb einige Menschen, tragischerweise ungewöhnlich viele junge Menschen, sich das Leben nehmen. Beim Fehlen frühzeitiger Interventionen kann sich Suizidalität zu einer ernsthaften Krise auswachsen. Hier musste dringend gehandelt werden.
Vor diesem Hintergrund ist – angegliedert an das Institut für Psychotherapie und Psychotraumatologie (IPP) und ihre Institutsambulanz (IPP – German Clinic for Psychotherapy) – an der Universität Duhok für ein Jahr eine Hotline (Lifeline) nach dem deutschen Vorbild einer Telefonseelsorge eingerichtet. Durch Unterstützung der Schwäbischen Zeitung und Kooperation mit dem Gesundheitsdirektoriat und den Leitern der Flüchtlingscamps ist ein Team aufgebaut worden, das Betroffenen die Möglichkeit bietet, anonym rund um die Uhr Hilfe zu finden.
Ausgebildete Psychotherapeuten mit einem Masterstudiengang des Instituts für Psychotherapie und Psychotraumatologie der Universität Duhok (Leitung Prof. Kizilhan) helfen Menschen in Krisensituationen dabei, mit Suizidgedanken umzugehen oder ihnen unmittelbare stationäre oder ambulante Unterstützung zu vermitteln.
Ansprechpersonen
Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung (ITG)
- Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Arbeitsschwerpunkte: Traumapädagogik und Gewaltprävention)
- Zum LinkedIn-Profil
Wissenschaftlicher Leiter Master Transkulturelle Traumapädagogik
Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung (ITG)
- Institutsleitung
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- Publikationen
Das STEP-Projekt steht im Einklang mit der Erasmus+-Priorität „Aufbau inklusiver Hochschulsysteme und Förderung der Inklusion“. Das Projekt wird durch Institutionen aus Finnland, Deutschland, Österreich, Kroatien und der Ukraine umgesetzt. Angesichts der anhaltenden globalen Krisen und Kriege nehmen europäische Hochschulen zunehmend Studierende auf, die Vertreibung, Gewalt oder Verlust erfahren haben. Viele dieser jungen Menschen leben mit den Folgen traumatischer Erfahrungen, die ihr Lernen, ihre soziale Integration und ihr psychisches Wohlbefinden beeinflussen.
Lehrkräfte stehen vor der Herausforderung, diesen Studierenden gerecht zu werden, häufig ohne ausreichende Kenntnisse über die Dynamiken von Trauma und deren Auswirkungen auf Lernprozesse. Fehlende traumasensible Kompetenzen können dazu führen, dass Lehr-Lern-Situationen unbewusst retraumatisierend wirken oder sich Studierende weiter isolieren. Hier setzt das STEP-Projekt an.
Ziel ist es, Lehrende und Hochschulen zu befähigen, traumasensible Strukturen zu schaffen, die Sicherheit, Vertrauen und Zugehörigkeit fördern. Zu diesem Zweck vereint das Projekt mehrere internationale Traumaexpert:innen aus unterschiedlichen Disziplinen im Bereich psychische Gesundheit und Trauma zusammen. Auf Grundlage aktueller Forschung und empirischer Erhebungen wird ein traumasensibler curricularer Rahmen für den tertiären Bildungsbereich entwickelt. Dazu gehören ein Curriculum, ein praktischer Leitfaden sowie frei zugängliche Materialien.
Zentrale Aktivitäten umfassen:
- Train-the-Trainer-Programme, die Fachwissen und Selbstreflexion der Lehrenden fördern,
- Wissensverbreitung über eine digitale Plattform, Webinare und eine internationale Abschlusskonferenz,
- sowie die Integration traumasensibler Ansätze in hochschulpolitische und bildungsstrategische Programme.
Langfristig trägt das Projekt dazu bei, psychologische Sicherheit und Inklusion in Hochschulen zu verankern. Studierende mit Flucht- oder Migrationserfahrungen sollen nicht nur akademisch gefördert, sondern auch in ihrem psychischen Wohlbefinden gestärkt werden. Dadurch wird Vielfalt als Ressource verstanden und die menschliche Erfahrung von Verletzlichkeit ernstgenommen. Eine nachhaltige Wirkung wird durch die Verankerung traumasensibler Ansätze in der Bildungspolitik und in Lehrkraftausbildungsprogrammen sichergestellt.
Ansprechpersonen
Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung (ITG)
- Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Arbeitsschwerpunkt Public Health/Öffentliches Gesundheitswesen
Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung (ITG)
- Akademischer Mitarbeiter
Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Arbeitsschwerpunkte: Pädagogik und Tertiäre Bildung
- Projekt "Master of Advanced Studies in Psychotherapy and Psychotraumatology (MASPP)" im Nordirak
In Syrien sind verschiedene ethnisch-religiöse Gruppen einer tief verwurzelten historischen Marginalisierung ausgesetzt, die bereits vor dem seit 2011 andauernden Konflikt bestand. Während einige dieser Gemeinschaften seit Jahrhunderten unter systematischer Verfolgung leiden, hat der jüngste Konflikt ihr Leid noch verschärft und zu Hunderttausenden von Todesopfern, der Vertreibung von Millionen von Menschen sowie anderen schweren Formen von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen geführt, darunter Folter, willkürliche Inhaftierungen und das Verschwindenlassen von Personen. Die psychologischen Auswirkungen des Konflikts zeigen sich deutlich in der hohen Prävalenz von PTBS und anderen traumabedingten Störungen in der Bevölkerung.
Neben der direkten Konfrontation mit Gewalt haben viele Gemeinschaften über Generationen hinweg wiederholte Zyklen von Vertreibung, Verfolgung und kollektivem Trauma erlebt. Daher ist eine differenzierte Analyse der verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen besonders wichtig, da jede Gemeinschaft spezifische Formen der Marginalisierung und Gewalt erfahren hat.
Trotz der wachsenden internationalen Aufmerksamkeit für psychische Gesundheit in Konfliktsituationen gibt es bislang relativ wenig Forschung zu den langfristigen und generationsübergreifenden Folgen von Traumata in den verschiedenen Gemeinschaften Syriens. „Healing the Past“ schließt diese Lücke durch gemeinsame Forschung und den Dialog mit lokalen Partnern.
„Die Vergangenheit heilen“ ist ein zweijähriges Forschungs- und Kapazitätsaufbauprojekt, das vom Auswärtigen Amt finanziert wird. Das Projekt zielt darauf ab, besser zu verstehen, wie Erfahrungen mit Krieg, Gewalt und historischem Trauma Einzelpersonen, Familien und Gemeinschaften in Syrien über Generationen hinweg weiterhin beeinflussen. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse verfolgt das Projekt folgende Ziele:
- Das Verständnis für generationenübergreifendes Trauma und dessen Auswirkungen auf verschiedene syrische Gemeinschaften verbessern.
- Kulturell relevante Ressourcen identifizieren, die Resilienz und Genesung fördern.
- Praktische, kultursensible Empfehlungen für Fachkräfte im Bereich der psychosozialen und psychischen Gesundheit entwickeln.
- Die Zusammenarbeit und den Dialog zwischen Forschern, Praktikern und Vertretern der Gemeinschaften stärken.
Das Projekt „Die Vergangenheit heilen“ wird in enger Zusammenarbeit mit lokalen Fachkräften aus dem Bereich der psychischen Gesundheit, Forschern und Partnerorganisationen in Syrien und den angrenzenden Regionen durchgeführt. Das Projekt legt großen Wert auf partizipative Zusammenarbeit, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse relevant, kulturell angemessen und nachhaltig sind.
Ansprechpersonen
Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung (ITG)
- Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung (ITG)
- Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Arbeitsschwerpunkt Public Health/Öffentliches Gesundheitswesen