Healing Across Borders: Wie Menschen nach Krieg und Flucht weiterleben wollen
Wie ist es möglich, dass Menschen, die Gewalt, Krieg und Vertreibung erlebt haben, ihren Lebenswillen nicht verlieren? Diese Frage beschäftigt und motiviert Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan in seiner Forschungsarbeit über Trauma. Sehen Sie hier einen Film, der zentrale Stationen und Aspekte dieser Arbeit beleuchtet.
Aus dem Film nehmen Sie drei Erkenntnisse mit:
1. Trauma ist oft mehr als eine individuelle Erfahrung. Die Menschen, denen Prof. Kizilhan begegnet ist, litten unter persönlichem Leid, unter Gewalt gegen ihre ganze Gruppe und unter Erinnerungen, die über Generationen weitergegeben werden. Diese drei Ebenen müssen für wirksame Hilfe gemeinsam gedacht werden.
2. Gute Hilfe braucht Nähe und Distanz zugleich. Am Institut für Psychotherapie und Psychotraumatologie an der Universität Duhok werden seit 2016 Therapeutinnen und Therapeuten ausgebildet. Viele davon haben selbst Krieg und Flucht erlebt. Sie lernen, empathisch zu bleiben und gleichzeitig die professionelle Grenze zu wahren, damit sie nicht ausbrennen und anderen wirklich helfen können.
3. Wissen fließt in beide Richtungen. Was im Nordirak begonnen hat, wirkt inzwischen auch bei uns in Deutschland bzw. Baden-Württemberg. An der DHBW in Stuttgart und Heilbronn gibt es den Masterstudiengang Transkulturelle Traumapädagogik. Denn auch in Deutschland gibt es unverarbeitete Traumata, und wer mit Menschen aus anderen Kulturen arbeitet, muss ihre Perspektive verstehen.
Der Film zeigt, wie aus Schmerz Hoffnung werden kann, und er lässt die Menschen zu Wort kommen, die diesen Weg täglich gehen. Fühlen Sie sich eingeladen, ihn anzuschauen.